Samstag, 31. Dezember 2011

42 - Silvester

Das neue Jahr kann kommen. Wir haben das alte alle mehr oder weniger erfolgreich überstanden und ich kann nicht ansatzweise sagen, es zu bereuen. Ich hatte Tiefen dieses Jahr. Mehr als mir sonst in Erinnerung blieben, aber ich habe auch meine Höhenflüge genossen und alles Glück dieser Welt in mich aufgesogen.
Ich freue mich jedoch auch auf diese heutige Nacht. Auf das Schlagen der Stunde null. Auf eine Art Neubeginn für jeden von uns. Wir können ein unangetastetes Jahr völlig frei und neu gestalten. Wir können uns Dinge vornehmen, auf bestimmte Sachen achten und vor allem können wir bewusster Leben. Ich möchte nichts mehr, als mein Leben deutlicher wahrzunehmen. Ich möchte die Tage genießen und nicht nur absitzen. Irgendwann werde ich sonst aufwachen und es zutiefst bedauern, nicht alles so genutzt zu haben, wie es möglich gewesen wäre. Das Leben wartete schließlich nicht darauf, dass wir endlich aufwachen, sondern es pulsiert weiter. Hier und Jetzt. Nicht erst später, wenn ich mir einbilde bereit dazu zu sein.
Ein Jahr ist also wieder vergangen, aber doch nicht vergessen. Die Momente sind gelebt, was bleibt sind die Erinnerungen. Erinnerungen an schöne Zeiten. Aber auch die Erinnerungen an schlechte Zeiten. Erst das macht das Gesamtbild aus.


Ich habe auch einiges gelernt in diesem Jahr.
Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, den Menschen in dem eigenen Umfeld mitzuteilen, wie wichtig sie einem sind und dies nicht einfach für selbstverständlich hinzunehmen.
Ich habe gelernt, dass ich ein Stück weit für mich selbst entscheiden kann, ob ich glücklich bin, oder nicht. Denn Glück ist wohl meine eigene Wahl. Wenn ich mir einbilde, es sei alles schlecht und gegen mich - ja, dann habe ich wohl recht. Aber wenn ich mir sage, dass ich doch echt gut dran bin und mir nichts passieren kann, dann stimmt das genauso.
Also redet euch nicht ein, ihr hättet kein Glück, denn oft seid ihr selbst diejenigen, die alleine darüber entscheiden, wie ihr durch das Leben geht. Es ist sinnlos einfach zu warten, bis bessere Zeiten kommen. Steht auf und sagt, dass ihr bessere Zeiten haben wollt. Tretet für euch ein und fordert, was euch zusteht.
Ich habe gelernt, dass sich viele Menschen verändern. Menschen, die man als Vorbilder angesehen hat, sind plötzlich nicht mehr das was sie mal waren. Viele tragen Masken und geben vor, jemand zu sein, der sie nicht sind. Ich bin auf viele reingefallen und weiß doch selber, dass ich auch dem ein oder anderen etwas vorgegaukelt habe, nur um besser zu gefallen.
Wie immer haben mich viele in gewisser Weise das Jahr über gekränkt und verletzt. Ich habe auch den Respekt vor vielen verloren.
Aber da sind immer die Menschen, die mit einem durch dick und dünn gehen und dank derer war mein Jahr wieder eines der besten. Wie jedes Jahr.
Ich habe gelernt, dass ich vieles kaputt gemacht und zerstört habe, ohne es jemals wieder aufbauen zu können. Es ist nicht immer mit Absicht geschehen, aber es ist geschehen. Ich weiß auch, dass ich es weiterhin so machen werde und mir dessen oft nicht mal bewusst bin.
Ich habe gelernt zu meinen Fehlern zu stehen. Vielleicht mache ich das ein oder andere nun besser. Vielleicht habe ich die nötige Erfahrung gesammelt. Die Erde hat sich durch meine Fehler weitergedreht, ich habe nur mein eigenes Universum aus dem Gleichgewicht gebracht und es war immer meine Aufgabe, dieses Gleichgewicht wieder herzustellen.Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben und nicht durch die Fehler.
Ich habe gelernt, dass ich nie das Leben leben werde, das andere leben, egal wie sehr ich mich verbiege. Meist möchte ich es auch gar nicht leben, ich möchte anderen doch nur gefallen.Ich habe von anderen erwartet mich zu verstehen, ohne mich jemals selbst zu verstehen. Ich habe Menschen ohne Profil immer verachtet, aber machen nicht erst unsere Macken und Fehler einen Charakter interessant?
Ich habe gelernt, dass der Sommer vorbeigeht. Dass die guten Zeiten vorbeigehen. Dass die schlechten Zeiten vorbeigehen. Dass dieses Jahr vorbeigeht. Wir haben keine Macht irgendetwas festzuhalten und kommen immer wieder in einen neuen Abschnitt. Ist das nicht irgendwie auch gut? Macht es das ganze nicht spannend?


Das Jahr ist zu Ende, wir haben viel überstanden und viel durchlebt Vieles exzessiv ausgenutzt, anderes gar nicht beachtet.
In dieser Nacht endet es. Es wird alles anders. Oder auch nicht.
Wie jedes Jahr.

Keine Kommentare: