Dienstag, 16. April 2013

{Rezension} Ein plötzlicher Todesfall

Joanne K. Rowling. Kaum jemand kennt diesen Namen nicht. Viele meiner schönsten Kindheitserinnerungen sind mit der weltbekannten Autorin verknüpft.
Lange bin ich an ihrem Roman "Ein plötzlicher Todesfall" vorbeigegangen. Immer mal wieder habe ich ihn in die Hand genommen, nur um ihn sogleich wieder zur Seite zu legen und aus meinen Gedanken zu verbannen.
Viel zu groß war die Angst, dass das Buch nicht halten könnte, was ich mir von ihm verspreche. Schließlich möchte ich nicht, dass die Erinnerungen, die ich mit dem Namen der Autorin und ihren wunderbaren Harry Potter Bänden verbinde, von negativen Einflüssen befleckt werden.

Meine Angst sollte unbegründet sein. Den Roman "Ein plötzlicher Todesfall" werde ich auf jeden Fall an meine Leser weiterempfehlen. Man sollte jedoch keine unterschwellige Fortsetzung von Harry Potter erwarten und es am besten überhaupt nicht damit in Verbindung bringen.


Inhaltlich ist es nicht leicht, das ganze zusammenzufassen, ohne die Story zu verraten:
Ein Mitglied des Gemeinderats des Dörfchens Pagford, Barry Fairbrother, stirbt unerwartet. Die Nachricht über diesen plötzlichen Todesfall verbreitet sich wie ein Lauffeuer unter den Einheimischen. Es wird viel geweint und Mitleid geheuchelt. Was jedoch wahrhaftig im Raum steht ist die Frage, wer den freigewordenen Platz im Gemeinderat bekommen wird. Wird es eine Wahl geben und falls ja, wer wird gewinnen?
Es gibt in dem scheinbar so idyllischen Ort Pagford zwei große Fraktionen, die sich durch Familienbande und freundschaftliche Verknüpfungen stützen. Die eine Seite möchte die Drogenklinik Bellchapel und die etwas heruntergekommene Gegend voller Sozialwohnungen namens Fields behalten, während die anderen der festen Überzeugung sind, dass man etwas gegen Fields unternehmen muss.


Die Komplexität der Geschichte besteht darin, dass man als Leser die Rolle von verschiedenen Charakteren einnimmt. Man bleibt nicht stur bei Mary, der Witwe des Verstorbenen, oder bei Krystal, einem Teenager aus einer völlig verkorksten Familie. Anfangs erschien mir das sehr verwirrend. Gefühlte hundert Namen wechselten sich ab und ständig musste ich mich in eine andere Person hineinfinden. Mit der Zeit legt sich das aber und man kann beinahe mühelos zwischen den beschriebenen Charakteren hin- und her switchen.


Interessant wird es dadurch, dass man als Leser einen Einblick in die verborgenen Gefühle der dargestellten Personen bekommt. Es wird schnell klar, dass beinahe jeder durch niederträchtige Motive getrieben wird. Auch die jeweilige Fraktion unter sich hat ihre eigenen Probleme. Man hält zwar vordergründig zusammen, doch in Wahrheit sieht das ganz anders aus. Familien, die miteinander nicht auskommen, die Kluft zwischen arm und reich sowie Konflikte zwischen Teenagern und Erwachsenen spitzen die Geschichte zu. Viele sind getrieben durch die Suche nach Anerkennung. Man möchte einen gewissen Status erreichen und diesen dann bestenfalls auch wahren. Ein Kleinkrieg entsteht zwischen allen Beteiligten.


Joanne Rowling versteht sich darauf, aus den vielen individuellen Einzelpersonen ein Netz zu spinnen, dass alle durch Beziehungen und Vorgeschichten irgendwie miteinander in Verbindung kommen lässt.
Am Ende kommt jeder an seine Grenzen.

Ich empfinde es einerseits als sehr traurig, andererseits ist es aber auch schockierend. Es gibt keine Person, die nicht eigennützig handelt und man verliert ein bisschen den Glauben an das Gute im Menschen. Klar, die Situation ist eindeutig überspitzt dargestellt, aber ein Fünkchen Wahrheit steckt dennoch darin. Gruselig ist, dass ich mich in manchen Gedanken und Handlungsschritten selber wiedergefunden habe. Handlungen, die ich aus der Distanz betrachtet, verurteile, aber bei denen ich mir selber nicht zu hundert Prozent versprechen könnte, dass ich anders handeln/denken würde..


Kommentare:

M. hat gesagt…

Danke für deinen Kommentar!
Ich bin auch der Meinung das wir Menschen nicht nach ihrer Kleidung beurteilen dürfen, aber leider kommt das doch immer noch sehr oft vor.

Das Buch hört sich sehr interessant an! Ich werde es mir mal anschauen.

lg♥ Full of Inspiration

Manu hat gesagt…

Liebe Marlene, danke für die Buch Vorstellung! Ich gehe schon länger daran vorbei und konnte mich bis jetzt nicht entscheiden :\ kaufen oder nicht!! Ich denke, ich werds tun :-)

Anett hat gesagt…

Squash war toll...man kann so richtig Wut rauslassen haha...nicht das ich welche hätte aber es ist ein gutes Ventil :D

LG
Anett

Sóley hat gesagt…

Das klingt ehrlich gesagt total interessant. Habe bisher noch gar nicht drüber nachgedacht das Buch zu lesen :)

Villa Lieblich hat gesagt…

Danke für dein nettes Kommentar und deinen Besuch
Dein Blog ist zauberhaft
GLG♥Doris

Vanessa hat gesagt…

Tolle Bilder *_*

Lust auf ggs verfolgen ?

Lg
vanessa
http://albers-fotografie.blogspot.de/